Historie

Zur Geschichte unseres Vereins möchte ich mit Ihnen eine kurze gedankliche Reise in die Vergangenheit machen.

Vor nicht langer Zeit haben wir einen gesellschaftlichen Wandel erlebt. Wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs. Unsere Zeit ist geprägt von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, das Geld wird immer weniger wert..

In dieser Situation treffen sich 16 Männer in Magdeburg, um einen neuen Boxverein aus der Taufe zu heben, den Punching Magdeburg.

Es ist der 16. Februar 1922, weswegen ich eingangs auch nicht das Ende der DDR, sondern des deutschen Kaiserreichs, nicht Arbeitslosigkeit oder Euroeinführung, sondern die schweren Jahre der Inflation in der jungen Weimarer Republik meinte.

 

Trotz dieser äußerst schwierigen Rahmenbedingungen nahm der Verein Punching Magdeburg einen rasanten Aufstieg. Am dritten Tag seines Bestehens wurde Sportsfreund Grimm mitteldeutscher Meister im Mittelgewicht und damit der erste Titelhalter des Punching Magdeburg.
 

Schnell stellten sich mehr und größere Erfolge ein. Durch den glänzenden Aufstieg des Fliegengewichtlers Schulze, der später im Profilager den Beinamen “KO-Schulze” erhielt, wurde der Punching Magdeburg deutschlandweit schnell bekannt.

 

1926 gelang es dem Punching zum ersten Mal, die mitteldeutsche Mannschaftsmeisterschaft zu erringen. Im März 1929 erschienen zum ersten Mal internationale Gäste aus Prag im heimischen Ring in Magdeburg. 1932 dann der Höhepunkt der sportlichen Erfolge des Punching Magdeburg: die gesamtdeutsche Mannschaftsmeisterschaft.

 

Am 22. November 1934 wurde der hundertste Kampfabend gefeiert.

 

Das wir all dies wissen, ist dem Sportfreund Karl-Heinz Kraft zu verdanken, dessen Vater in den 30er Jahren Boxer in unserem Verein und an der gesamtdeutschen Mannschaftsmeisterschaft 1932 beteiligt war.

Über die Tätigkeit des Punching Magdeburg während der Kriegszeit ist wenig überliefert. Belegt ist lediglich, dass der Boxverein Punching Magdeburg - wie alle anderen Sportvereine während des Nationalsozialismus auch - in den Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert wurde.

Jener Reichsbund wurde dann nach Kriegsende vom Alliierten Kontrollrat verboten, was auch dazu führte, dass der Polizeipräsident in Magdeburg mit Verfügung vom 03. Februar 1947 den Punching Magdeburg 25 Jahre nach seiner Gründung auflöste.

 

Vergessen wurde der Punching Magdeburg jedoch nie. Denn er schrieb Boxtradition in unserer Elbestadt.
 

55 Jahre später trafen sich wieder zahlreiche Männer und erfreulicherweise - im Gegensatz zur Erstgründung 1922 - diesmal auch eine Frau!

 

Das Ergebnis dieses Treffens will ich einmal vorweg nehmen, denn Sie können es sich fast denken: es kam zur Wiederbelebung des Traditionsvereins, der nun mit alten Vereinsfarben und mit altem Vereinslogo

den Namen Punching Magdeburg von 1922 führt.